1. Kapitel




In mir ist alles kaputt. Ich spüre eine heiße Glut in meinem Körper. Ich fühle mich matt und zerschlagen. Mein Kopf schmerzt und meine Gedanken laufen durcheinander. Was ist passiert ?

Wo bin ich ?

Trotz aller Schmerzen versuche ich, mich zu konzentrieren und die Augen zu öffnen. Nach einigen Versuchen gelingt es mir, Einzelheiten auszumachen. Ich erkenne eine starke Lichtquelle. Eine Neonlampe.

Mein Blick wandert weiter. Ich erkenne weiße, karge, sterile Wände, eine auf das Notwendigste beschränkte Einrichtung und ein Bett. Und dieses Bett – in dem liege ich ! Neben meinem Bett steht ein kleiner Nachttisch, auf dem sich eine Schale mit medizinischen Instrumenten befindet.

Ich bin in einem Krankenhaus ! Wie komme ich hierher ? Was ist passiert ?

Ich kann mich an nichts erinnern. Nichts reimt sich zusammen. Das Denken strengt mich sehr an. Ich gebe mich dem Gefühl der Ruhe hin. Ich schlafe wieder ein.

Als ich später erneut erwache und die Augen öffne, ist das so kalte Neonlicht verschwunden. Das Krankenzimmer hat nicht mehr diese kalte, unpersönliche Ausstrahlung. Die Sonne scheint zum Fenster herein; die Schatten bilden lustige Muster und Motive an den Wänden, der Decke und den wenigen Möbeln. Ich fühle mich etwas besser und bin schon etwas ruhiger.

Aber was ist passiert ?

Meine Gedanken rasen nur so durch den Kopf. Es wird aber nichts klarer. Plötzlich denke ich an meine Vergangenheit, an meine Kindheit. Ich sehe mich zu Hause bei meinen Eltern ........


2. Kapitel




Die Nebel lichten sich; ich erkenne Einzelheiten. Ich sehe mein Geburtshaus. Ich spiele mit meinem Bruder Federball im Garten. Meine Mutter deckt den Kaffeetisch auf der Terrasse. Als alles besorgt ist, ruft sie uns zu Tisch. Wir gehen zu ihr, und sie sagt : „Kommt her zu mir und lasst uns gemütlich Kaffee trinken. Vater kommt erst zum Abendessen; aber wir können auch so das schöne Wetter ausnützen. Wollen wir nachher gemeinsam zum Schwimmen gehen ?“

Es ist Sommer. Sommer 1975. Wir wohnen in einer Kleinstadt in der Lüneburger Heide. Vor zehn Jahren haben meine Eltern das schöne Einfamilienhaus mit Garten gekauft.

Ich bin sechzehn Jahre jung, hübsch, mit langen blonden Haaren und ein paar lustigen Sommersprossen auf der Nase. Ich gehe auf die Realschule im Ort.

Mein Bruder heißt Bernie und ist zehn Jahre alt. Meine Eltern wollten ihn eigentlich nicht bekommen. Aber weil meine Mutter die Pille vergaß, war Bernie eben plötzlich da. Zwischenzeitlich haben wir ihn alle sehr lieb. Ich gehe in die zehnte Klasse einer gemischten Mädchen- und Jungenschule. Es macht mir sehr viel Spaß. Oft bin ich mit meinen Freundinnen und Freunden unterwegs. Wir unternehmen viel miteinander.

Mein Vater ist ein sogenannter Banker. Er arbeitet als Filialleiter der örtlichen Kreissparkasse.

Alles in allem kann ich sagen, dass ich in geordneten und fürsorglichen Verhältnissen der Familie aufwachse. Mein Schulabschluss steht kurz bevor. Weil mein Zeugnis sogar überdurchschnittlich gut ist, habe ich mich für das Gymnasium in der nahegelegenen Kleinstadt beworben und auch die Zusage bekommen, dass ich nach den Sommerferien dort zur Schule gehen kann.

Darauf freue ich mich schon sehr.

Meine Eltern lieben sich sehr und führen eine gute Ehe. Leider ist mein Vater beruflich sehr eingespannt, so dass wir nicht viel von ihm haben. Wenn ich etwas haben möchte, sage ich es nur meinem Vater, und schon bekomme ich alle Wünsche erfüllt.

Das Kaffeetrinken im Garten war schon ganz schön; ich hatte aber nicht lange Zeit, da ich mich mit meiner besten Freundin Claudia zum Klönen verabredet habe.

Ich treffe mich mit Claudia an der Kirche. Claudia und ich sind schon seit vier Jahren sehr eng befreundet. Wir unternehmen viel zusammen und erzählen uns alle Jungmädchengeheimnisse. Mit ihr kann man wirklich Pferde stehlen !

Gemeinsam gehen wir in die italienische Eisdiele. Wir bestellen uns ein großes Eis mit Sahne und unterhalten uns über die neuesten Gerüchte. Claudia sagt : „Du Biggi, hast du schon gehört, dass die Rita, die im vergangenen Jahr beim Abitur durchgefallen ist, einen jungen Mann aus Hamburg kennengelernt hat, der sie in ein Bordell stecken will ? Die Rita hat das einem Freund meines Bruders erzählt. Sie soll total enttäuscht sein, weil sie ihn so sehr geliebt hat.“

Das ist ja vielleicht ein Ding. Na mir könnte so etwas nicht passieren. Ich weiß genau, wie mein Traummann aussehen soll. Ich werde ihn schon noch kennenlernen, dann später heiraten und mit ihm durch die Welt reisen. Wenn ich alles gesehen habe, möchte ich mit ihm zwei Kinder haben und eine so glückliche Ehe wie meine Eltern führen.

Ich blicke an einen Punkt der Wand in der Eisdiele, an der ein Ölgemälde mit einer italienischen Landschaft hängt. Das Bild nehme ich gar nicht so richtig wahr. Ich denke an meine Zukunft und male sie mir in den schönsten Farben aus.

Claudia stört mich im Moment eigentlich dabei. Sie fragt mich : „Kommst du morgen gegen 20.00 Uhr mit zum Kiesteich ? Es kommen noch einige aus unserer Klasse. Klaus und Gerhard aus der Parallelklasse wollen auch mitkommen. Für Getränke und Grillfleisch ist gesorgt. Wenn das Wetter gut ist, kann das ein schöner Abend werden.“

Ich sage Claudia, dass ich nichts weiter vorhabe und wohl mit zum Teich kommen werde. Treffpunkt ist um 19.45 Uhr an der alten Kirche. Wir wollen mit unseren Fahrrädern los. Nachdem wir noch einige Zeit über alles Mögliche gesprochen haben, gehe ich nach Hause.

Der Abend zu Hause ist wie immer sehr harmonisch. Vater ist erst nach dem Abendbrot nach Hause gekommen, ist sehr abgespannt, spielt aber dennoch eine halbe Stunde mit Bernie, der dann ins Bett muss. Auch ich bin müde und gehe bald in mein Zimmer.

Aber ich kann nicht einschlafen. Ich denke noch einmal an die Rita, die ich nur vom Sehen her kenne. Sie ist schon immer ein Mädchen gewesen, das gegen den Strom geschwommen ist.

Man sagt, dass sie keine Arbeit hat, aber trotzdem meist über Geld verfügt und auch Haschisch nehmen soll. Bei solch einer ist es ja kein Wunder, dass sie an jemanden gerät, der Kontakt zu Bordellen hat. Mir kann so etwas mit Sicherheit nicht passieren !

Ich denke über mich nach. Eigentlich habe ich ja alles, was ich möchte. Ich bin jung, hübsch, habe viele Freundinnen, kenne auch nette Jungen. Mit einem habe ich auf einer Party schon mal rumgeknutscht. Das war sehr schön. Der Junge hatte aber so viele Pickel im Gesicht. Das aber habe ich erst am nächsten Tag bemerkt. Seitdem gefällt mir der Junge nicht mehr. Er wohnt auch im Nachbarort, und somit hat sich das Thema von selbst erledigt. Einen festen Freund habe ich noch nicht. Das kann sich noch ergeben.

Und dass die Rita Haschisch raucht, mit solchen Dingen will ich nichts zu tun haben. Ich mag diese Sachen nicht. Selbst beim Alkohol halte ich mich stets sehr zurück. Bei meiner Konfirmation vor zwei Jahren durfte ich ein ganzes Glas Wein trinken zum Essen. Das war vielleicht ein prickelndes Gefühl !

Auch danach habe ich noch gelegentlich mit Claudia eine Flasche Sekt geköpft. Wir saßen dann in ihrem Zimmer, wenn Claudias Eltern nicht zu Hause waren. Sie waren bei der Großmutter im Rheinland, und ich durfte bei Claudia schlafen.

Wir hatten es uns in ihrem Zimmer gemütlich gemacht. Auf dem Plattenspieler lag eine LP von Richard Clayderman, und die romantische Musik berieselte uns. Es war schon dunkel, und wir hatten nur die Nachttischlampe an.

Nach dem ersten Glas Sekt, das ich getrunken hatte, war die Gegend um meinen Magen ganz warm geworden. Claudia und ich alberten fürchterlich herum.

Wir tranken dann das zweite Glas auf „ex“.

Danach war ich richtig aufgedreht und ausgelassen. Ich glaube, Claudia hatte das gleiche Gefühl. Sie kam plötzlich auf die Idee, so wie früher Doktor zu spielen. Ich war damit auch einverstanden. So sollte ich mich ausziehen, damit sie mich untersuchen kann.

Als ich nackt auf ihrem Bett lag, legte sie ihren Kopf auf meinen Bauch. In meinem Bauch gluckerte der Sekt. Claudia musste laut lachen. Als ihr Kopf auf meinem Bauch lag, bekam ich ein unheimliches Kribbeln im Unterleib. Ich wusste nicht, woher das wohl kam. Claudia streichelte mich dann überall. An den Armen, den Beinen, dem Bauch, im Gesicht, meinen gut entwickelten Busen und meinen blonden Busch zwischen den Beinen. Es war ein absolut himmlisches Gefühl.

Meine Brustwarzen wurden ganz hart und vergrößerten sich.

Ich schwebte wie auf Wolken und erlebte das überwältigende Gefühl meines ersten Orgasmus.

Als ich mich etwas beruhigt hatte, tranken wir das dritte Glas Sekt. Danach forderte ich Claudia auf, sich auszuziehen. Ich machte es ihr nach, und auch sie erlebte schöne Momente.

Diese Art Doktorspiel haben wir noch zweimal wiederholt. Dann jedoch ohne Sekt.

Danach waren wir „damit“ durch, und es verblieb.

Nun bin ich doch sehr müde und schlafe sicherlich mit sehr schönen – Gedanken ein.