Leere


Ich stehe da und schaue aus dem Fenster raus
In die weite traurige Welt hinaus
Frage mich was sie noch für mich bereit hält
Wie viele Mauern sie mir noch in den Weg stellt

Ich sehe hinaus und spüre die Leere in mir
Denke an dich und die Zeit mit dir
Frage mich was die Zukunft bringt
Wie lange noch die Stimme des Leides erklingt

Ich schaue hinaus und empfinde nichts
Sehe immer wieder den Moment vor mir während du mein Herz
brichst
Nun stehe ich dort, entfernt von all der Realität
Sehe wie alles zerbricht was sich um mich dreht

Und in mir ist nichts als Leere





Die Ballade vom Geschenk des Gevatter Tod


Im Kerzenschein verharre ich über diesem Blatt Papier

Frage mich was soll ich schenken dir

Was soll ich schenken einem Mann

Der eigentlich nichts mehr gebrauchen kann?


So zerbrech ich mir meinen Kopf

Bis ich hör wie jemand an meine Türe klopft

So eile ich zu öffnen dem Gast und frage was er wolle zu so später Stund

Doch gebietet er mir zu halten meinen Mund


Vermummt in dunklen Gewändern funkeln mich zwei Augen an

Eine Gänsehaut überkommt meinen Körper „Bin ich jetzt dran?“

Und die Gestalt beginnt mit mir zu reden:

Sag mir Bursche, liegt dir was an deinem Leben?“


Erschrocken weiten sich meine Augen

Natürlich! Willst du es mir etwa rauben?“

Wo denkst du hin“ antwortet die Gestalt

Ich bin hier um dir was zu schenken, und nicht um dir zu bringen Gewalt“


Mit fragendem Blicke sah ich zu ihr

Wieso willst du etwas verschenken, und warum gerade mir?

Ich, der ein wertloses Leben führt ohne festen Kurs, ohne Ziel

Ich, der ich gefangen bin in einem tiefen Loch in das ich vor Zeiten fiel!“


Leise schwebt die Gestalt an mir vorbei und ein weiterer Schauer überkommt mich

Ihre Augen starren mich an und sie legt die Kapuze von sich

Zutiefst erschrak ich als ich sah was sich hinter Schleier und Schatten verbarg

Ein Schädel mit feuernden Augen, es war der Gevatter Tod, auferstanden aus seinem Grab


Ich weich zurück, doch versperrt mir die Wand die Flucht

Und eine unsichtbare Macht zieht mich zu ihm voller Wucht

Im Angesicht des Todes ich mich befand

Nicht der Teufel sondern der Himmel hat mich zu dir gesandt“


Und ich frage dich wieder Gevatter, was sollte der Himmel mir schenken“

Den Tribut für dein Wachstum, nicht mehr an dich, sondern an andere bist du am denken.

Riskierst Tag und Nacht von mir über den Styx geleitet zu werden.

Ja du riskierst es für Etwas von weniger Wert als du zu sterben.


Und dafür will ich dir schenken ein langes Leben“

Verzeih Gevatter“ sage ich „Ich will es nicht annehmen, willst du es nicht jemand anderem geben?“

Der Tod sieht mich an und ist verwirrt!

Hat er sich so in der Menschheit geirrt?


Wer trachtet nicht nach einem langen Leben ohne Leid?

Und der Tod fragt mich „Sicher dass ihr euch da sicher seid?

Nicht jeder bekommt eine solche Gelegenheit!“

Doch schüttle ich meinen Kopf „Ihr meint wohl eher eine Ungerechtigkeit!“


Man sieht, das beleidigt den Tod sehr

Und mit einem kalten Schauer macht er kehr

Schwebt zur Tür und blickt mich noch einmal an „Der Tod akzeptiert niemals ein Nein!“

Im Angesicht des Todes überkommt mich keine Furcht „Nun Gut Gevatter, haltet ein.


Ich will euer Geschenk annehmen.“ Und er übergibt mir eine kleine Truhe

Nun eine kluge Wahl Bursche. In hundert Jahren werden wir uns wieder sehen, wenn du dich begibst zur letzten Ruhe!“

Spricht er und verschwindet in der Dunkelheit der Nacht

Ich setz mich hin, betrachte die Truhe und frage mich, was haben die Götter sich dabei Gedacht?


Dann fiel mir ein, wer dies wirklich brauchen kann

Und ich reite schnell wie der Wind zu jenem Mann

Welcher thront über die größte Bastion Moguncias nah dem Bollwerk

Galoppiere über Tal und Berg


Dies soll mein Geschenk an dich sein, ein langes Leben

Weder Leid noch Gebrechen soll es für dich in Zukunft geben

Du wirst noch an uns denken

Wenn unsere Enkel dir weitere Enkel schenken


Und keine Macht wird es wagen

Dich in den nächsten hundert Jahr auf die andere Seite zu tragen

Auf das du uns noch bleibst hundert Jahr erhalten

Denn der Tod persönlich wird sich von dir fernhalten


Glaube mir, wenn du bist hundert Jahr alt

Wirst du sehen, dass unser Trinklied durch die Hallen schallt

Und mit hundertfünfzig Jahr feiern wir das größte Familienfest aller Zeiten

Gefolgt von Schwelgen in Erinnerungen und wenn die Sonne aufgeht, werden wir davon reiten


Denn du wirst leben, solange wir leben

Und solange wir leben wirst auch du leben

Ein anderes Geschenk will ich dir nicht geben!














Die Ballade vom gefallenen Engel

 

Einst war ein guter Engel, der Liebe zu hassen lernte

Und sich von Gott entfernte

 Sie hatte Augen blau wie Eis

War einst im engsten Himmelskreis

 

Weiße Flügel zierten ihren Rücken

Ihr Lächeln konnte jeden Mann entzücken

 Gern beobachtet sie die Menschen auf Erden

Wollte selbst auch so geliebt werden

 

So suchte sie sich einen Mann

Damit sie selbst auch lieben kann

 Doch ist das Leben gefährlich

Und seine Liebe war nicht ehrlich

 

So brach er ihr das reine Herz

Brachte ihr statt Liebe Schmerz

 Hinterließ eine tiefe Narbe

Voller Trauer wechseln ihre Flügel die Farbe

 

Werden pechschwarz wie die Nacht

Und der Hass in ihr wurde entfacht

 Fing an den Himmel zu hassen

Fühlte sich von ihm verlassen

 

Konnte nicht mehr glücklich sein

Ihr reines Herz wurde Kalt wie Stein

 Das Leben bedeutete ihr nicht mehr viel

Und so änderte sie die Regeln des Spiels

 

Ihre Augen waren voller Unheil, ihre Blicke tödlich

Keiner der sie kannte hielte es für möglich

 Mit ihrem flammenden Schwert streckte sie die Untreuen nieder

Am Morgen fand man tote Männer immer wieder

 


Ihre Seele starb während sie das Blut vergoss

So das selbst der Teufel ihr die Tore zur Hölle verschloss

 Sie war gezwungen auf der Erde zu wandeln

Weder Himmel noch Hölle duldeten ihr handeln

 


Die Liebe konnte  ihr keine Wärme geben

Stattdessen nahm sie ihr das Leben

 Jeden untreuen Mann sucht sie heim

Und erstickt ihre Sünden im Keim

 

Sie ist ein verlassener Racheengel

Kennt keine Gnade für das Männergequängel

 Kalt leckt sie das Männerblut von ihren Klingen

Breitet aus ihre schwarzen Schwingen