Piepsy war ein kleines Mausemädchen. Jeder mochte sie in Mausdorf gern leiden, denn sie war ein liebes, kluges und freundliches Mausemädchen. Ihr Fellchen bürstete sie stets gründlich und die Krallen waren sauber und gepflegt. Auch in der Schule war Piepsy eine der besten Schülerinnen. Schnell lernte sie die einzelnen Mausefallenarten kennen und was man tut, um nicht hineinzutapsen. Die Tricks der Katzen kannte sie ebenso gut, wie die vielen Käsesorten. Und wie ein leckerer frischer Speck duftete, dass wusste sie schon allemal.

Jeden grüßte Piepsy zuvorkommend. Und sie half, wo immer sie konnte und sie gebraucht wurde.

Nur eines konnte sie nicht lassen. Stets, wenn es irgendwo etwas zu naschen oder zu essen gab, war Piepsy zur Stelle. Sie wollte unbedingt die leckersten und größten Happen ergattern. Da drängelte und schuppste sie schon mal recht heftig. Dann erkannte man das liebe Mausemädchen gar nicht wieder.

Und sie erwischte jedes Mal etwas. Nun schleckerte und schmatzte, lutschte und knabberte sie bis, ja, bis ihr der Bauch weh tat. Erst dann gab sie Ruhe.

Deshalb war Piepsy für ihr Alter auch reichlich schwer. Und sogar richtige kleine Hamsterpustebacken hatte sie schon von ihrer Nascherei bekommen. Wollte sie in ein Mauseloch schlüpfen, musste sie erst tief einatmen und kräftig den Bauch einziehen. Sonst wäre sie stecken geblieben.

Essen war für Piepsy das Allerallerwichtigste.


Morgen war für Piepsy ein ganz besonderer Tag. Sie hatte Geburtstag. Und wie freute sie sich auf diesen Tag! Von den Großeltern hatte sie sich einen bunten Hut gewünscht. Der passte so gut zu ihrem Sonnenschirm mit den großen bunten Blumen. Beim Sommerfest wollte sie beides tragen und so das schönste und hübscheste Mausemädchen in Mausdorf sein. Alle würden sie bestaunen und den ersten Mausewalzer mit ihr tanzen wollen... Sie hoffte so sehr, dass die Großeltern ihren Wunsch erfüllten, denn sie hatte schon so oft vom Sommerfest geträumt.

Vor Aufregung konnte Piepsy gar nicht einschlafen. Es war schon spät, und kleine Mausemädchen sollten um diese Zeit schon lange schlafen, auch wenn sie am nächsten Tag Geburtstag hatten.


Piepsy wälzte sich in ihrem Bett hin und her und das Laken war schon ganz verschoben. Da beschloss sie endlich noch mal aufzustehen. Vielleicht war der Geburtstagstisch schon gedeckt und die Geschenke schon aufgebaut? Vielleicht konnte sie schon mal den neuen Hut für das Sommerfest aufsetzen und ein paar Walzerschritte üben? Sie schlüpfte in die Pantöffelchen und tiptap, tiptap schlich sie in die große Küche.

Ja, richtig. Hier war eine herrlicher Geburtstagstafel gedeckt. Mit Kerzen und vielen Geschenken und da war auch der Hut für das Sommerfest. Doch das sah Piepsy schon gar nicht mehr, denn was stand denn da mitten auf der langen Tafel?

Das war ja eine frischgebackene Käsetorte! Oh, sah die lecker aus und wie die erst duftete. Piepsy lief um die ganze Tafel herum und konnte sich gar nicht Sattsehen an diesem Meisterstück.