Und damit kommen wir zu einem anderen Teil der Energiebilanz. Wir sind, wie wir im ersten und zweiten Kapitel schon festgestellt haben ebenfalls Teil dieser Umwelt. Unser Lebenserhalt, unser Stoffwechsel benötigt ebenfalls Energie – nur wir können diese Energie nicht direkt aus dem Sonnenlicht nehmen. Wir brauchen dazu wieder die Pflanzen, die uns mit Energie versorgen. Das eben verwendete Wort Stoffwechsel beschreibt es schön, Stoffe wechseln hier ihre Anordnung, bei uns wie bei den Pflanzen und Tieren. Die Stoffe befinden sich in einem ständigen, lebendigen Kreislauf – wir dürfen diesen Kreislauf nicht unterbrechen, sonst plündern wir!

Dieser Stoffkreislauf zeigt aber auch etwas ganz anderes, nämlich den Zusammenhang der Energie- und Massenbilanzen der drei Säulen. Wir können sie also nicht trennen – sie sind eins. Als Teil der Umwelt gehören wir in den Kreislauf. Alles was wir auf Erden tun, gehört ebenfalls in diesen Kreislauf. Wenn wir also Erdöl fördern und das verkaufen, ändern wir nur den Ort von Energieträgern und teilweise auch die Energieform – wir zahlen den Förderfirmen Geld für das Rohöl. Die weitere Wirtschaftskette wandelt dann die Energieform Rohöl vollständig in Geld um, letztlich das Geld, das wir alle bezahlen, wenn wir z.B. den verbrauchten Strom abrechnen oder an der Tankstelle stehen. So sammeln wir auf der einen Seite Geld in Unternehmen und auf der anderen Seite Kohlenstoff in Form von CO2 in der Atmosphäre. Damit daraus wieder ein Kreislauf wird, müssen wir also Geld wieder in Kohlenstoff umwandeln. Nur die Erde kann mit unsrem Geld, als reinem Tausch-äquivalent nichts anfangen. Keine Pflanze wächst mit der Energieform Geld. Unsere Aufgabe ist es also, den Kreislauf des Kohlenstoffs aufrecht zu erhalten – tun wir es nicht, bleibt der Kreislauf unterbrochen und gerät zu einer Sackgasse. Tun wir es nicht, werden wir eines Tages – und so lange dauert das nach heutigem Stand der Erkenntnisse nicht mehr - kein Geld mehr mit Energieträgern verdienen können, keine Energie mehr nutzen können, da es keinen Kohlenstoffkreislauf mehr gibt. Dann gibt es das Leben auf der Erde, was wir heute bewundern aber auch nicht mehr. Unsere Atmosphäre wird immer ärmer an Sauerstoff, also zu einer perfekten Umgebung für die ältesten Lebensformen, die Archaea. Diese primitiven Bakterien gehörten zu den ersten Siedlern auf unserem Planeten, sie haben einen anderen Stoffwechsel. Ihr Stoffwechsel benötigte keinen Sauerstoff. Sie werden uns also wieder folgen, wenn wir durch unsere rasante Stoffumlagerung wieder ein von ihnen bevorzugtes Klima erzeugt haben. Eine Umwelt, in der wir keinen Platz mehr finden werden.

Die drei Säulen existieren also nicht unabhängig von einander – sie stehen in verschiedensten Wechselwirkungen zu einander. Keine Säule kann mehr aus dem System Welt heraus nehmen, als die anderen beiden zur Verfügung stellen. Wir haben gesehen, die Gesamtsumme der zur Verteilung anstehenden Energie ist die Menge Sonnenenergie, die von der Erde absorbiert werden kann. Das ist die Wärme und das von den Pflanzen gespeicherte Sonnenlicht.

Mehr gibt es nicht!